Nachhaltige Wellenenergie

Nachhaltige Wellenenergie

Die blaue Kugel

Ich kann nicht genug davon bekommen: Bilder von der Erde in all ihrer blauen Pracht vor der unendlichen Leere des Raums. Der Blick aus der Ferne auf die Erde hat etwas Magisches (googeln Sie einfach nach „Earthrise William Anders“).

Das blaue Meer, die weißen Wolken und das Sonnenlicht, das stets eine Hälfte der Erdkugel erhellt, geben jedoch nicht nur ein beeindruckendes Bild ab: Sie bilden auch ein großartiges, ausbalanciertes System natürlicher Ressourcen.

Von der Sonne bekommt die Erde Licht und Wärme, die Wärme erzeugt Wind, der Wind erzeugt Wellen. Bei der Gewinnung elektrischer Energie aus Licht und Wind haben wir bereits viel Erfahrung. Bei Wasser und Wellen hingegen stehen wir noch am Anfang.

 

Die blaue Kugel

 

Küstenwind und Gezeiten

An der Küste gehen Wind und Wellen Hand in Hand. Wellen werden im Wesentlichen durch drei verschiedene Effekte erzeugt: durch die von Mond und Sonne ausgeübte Gravitationskraft, durch Störungen auf der Erdoberfläche wie etwa Erdbeben oder Vulkanausbrüche, und, am wichtigsten: durch Wind.

 Auch wenn der Wind eine Pause macht, bleiben die Wellen in Bewegung. Die Erdoberfläche ist zu 71 % mit Wasser bedeckt, das pausenlos in Bewegung ist. Wenn der Wind einmal abflaut, bleibt noch die Anziehungskraft von Mond und Sonne, die Gezeitenwellen verursacht.  

Das klingt nach einer unbegrenzten und kontinuierlichen Energiequelle, bei der kein CO2 in die Umwelt abgegeben wird!

Die Nutzung der Wasserkraft ist keine neue Idee. Es gibt Hinweise darauf, dass schon die Römer Gezeitenmühlen kannten. Genau wie Windmühlen wurden diese jedoch für eine ganz bestimmte Aufgabe genutzt, nicht zur Erzeugung elektrischer Energie.

Wasserkraftwerke, wie wir sie heute kennen, sind eine relativ neue Erfindung (Cragside, England, 1878). In erster Linie werden Staudämme und Flüsse genutzt. Das erste Wasserkraftwerk der Welt nahm 1882 seinen Betrieb am Fox River in Appleton, Wisconsin (USA) auf. Die Nutzung der Bewegungsenergie von Wellen für die Erzeugung elektrischer Energie hat hingegen gewissermaßen gerade erst begonnen:

Das erste große Gezeitenkraftwerk ging 1966 in Frankreich ans Netz.

 

 

Perpetuum mobile?

Die Nutzung der niemals endenden Bewegung des Wassers für die Erzeugung grüner Energie scheint nur logisch. Das machte mich neugierig: Wie viele Unternehmen arbeiten aktuell an Wellenenergie?

Ich googelte „Wellenenergie“, und in nur 30 Minuten fand ich mehr als 25 Unternehmen, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Unterschiedliche innovative Konzepte werden präsentiert, die alle dasselbe Ziel verfolgen: die Nutzung der kontinuierlichen Bewegung des Wassers für die Erzeugung elektrischer Energie.

Dies ist keine lokale, sondern ganz klar eine globale Erscheinung. In meiner 30-minütigen Suche fand ich Unternehmen aus den Niederlanden, den USA, Großbritannien, Norwegen, Italien, Deutschland, Schweden, Dänemark, Spanien, Belgien, Finnland, China, Indien, Chile und Australien.

Blauer Himmel kann sich zuziehen, der Wind kann abflauen … aber das Wasser hält niemals inne. Hinzu kommt noch, dass die Auswirkungen dieser neuartigen Technologie auf die Meeresumwelt vernachlässigbar sind.

Es scheint, als habe die Menschheit zusätzlich zu Wind- und Sonnenenergie eine weitere Alternative zu fossilen Energieträgern gefunden, die helfen kann, den Bedarf an elektrischer Energie zu decken.

 

Blau und Gelb ergibt Grün

Wie gesagt: Auch wenn Wasserkraft schon relativ lange genutzt wird, sind hydroelektrische Kraftwerke recht neu. Menschen, die sich mit der Energieversorgung beschäftigen, und Visionäre im Bereich erneuerbare Energie denken schon seit Jahrzehnten über dieses Thema nach.

Sogar im direkten Umfeld von MPC gibt es einen solchen innovativen Geist: Der Rumäne István Pap, Professor an der landwirtschaftlichen Hochschule des Landes und Vater von Kati Pap, die im Management von MPC Ungarn arbeitet, hat schon in den 1980er Jahren eine innovative Idee für die Nutzung der Wellenenergie entwickelt.

Die Innovation im Bereich Wellenenergie erlebt aktuell eine starke Konvergenz – helle Köpfe sind am Werk. Bis zur effizienten praktischen Nutzung von ozeanischen Wellen ist es kein weiter Weg mehr.

 Das Vertrauen in die Technologie wächst, und damit auch die Möglichkeiten zur Finanzierung solcher Projekte.

Nach Schätzungen des Weltenergierats können ca. 2 Terawatt (2 Millionen Megawatt) an Wellenenergie „geerntet“ werden, etwa doppelt so viel wie die gesamte weltweit erzeugte elektrische Leistung.

Zusammen mit der Sonnen- und Windenergie dürfte damit der immer weiter wachsende Bedarf an elektrischer Energie zu bewältigen sein.

Wir alle haben die Grundlagen schon im Kindergarten gelernt: Gelb gemischt mit Blau ergibt Grün. Die Sonne erzeugt den Wind, der Wind die Wellen. Die Menschheit hat gelernt, alle drei dieser unbegrenzten Ressourcen zu nutzen, und wir haben die Grenzen der Effizienz noch lange nicht erreicht.

 Ich zumindest bin zuversichtlich, dass die Menschheit den ökologischen Wettlauf gewinnen und dafür nicht Hunderte von Jahren brauchen wird!

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